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Gerade mal vor einem Jahr hatte NicoRosberg seinen röhrenden Benzin-Bolidennoch über die Strecke in Abu Dhabigeheizt – um endlich Weltmeister zuwerden. Zur Überraschungaller stieg er direkt nachdem Sieg aus der Formel eins ausumgleich wieder ins Auto-Businesseinzusteigen. Diesmal „als Investorin Start-Ups für Zukunfts-Themen,wie autonomes Fahren mit umweltfreundlichemStrom“, outete sich der32jährige jetzt in einem ZDF-Interview. Der Mann mitehemals Benzin im Blut kann sich offenbar vorstellen,in Zukunft von einem umweltfreundlichen, Strom betriebenenRobot Car chauffiert zu werden.

Laut der neuesten, repräsentativen Akzeptanz-Studievom TÜV Rheinland im Mai 2017 hat sich die hiesigeZustimmung zur Verkehrs-Automation erhöht:So würden 76,3 Prozent der Deutschen inzwischenstreckenweise intelligente Mobilität erleben wollen-zumindest bei einer fahrerlosen Fahrt durch dieStadt. Längst wird an einer urbanen Zukunftsformelfür einen unfallfreien, sauberen, schnellen und sichervernetzten Verkehr gearbeitet, imKampf gegen einen drohenden Verkehrskollaps.

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Staus kosten uns 39 Stunden proJahr, die Parkplatzsuche macht 30Prozent des städtischen Verkehrsaus, der Verkehr verursacht 15 Prozentder gesamten Luftverschmutzung.Bis August 2017 ereigneten sich schon 1,7 MillionenStraßenverkehrsunfälle, 2,1 Prozent mehr alsim Vorjahreszeitraum. Handlungsbedarf spürt somitjeder einzelne Verkehrsteilnehmer auf den Straßen, inseiner Stadt.

Eine umfangreiche Studie „Digital mobil in deutschenStädten“ vom Deutschen Zentrum für Luft- undRaumfahrt im März 2017 untersucht die 25 größtendeutschen Städte auf deren mobilen Zukunftspotenziale.Und kommt zu einem umfassendenInnovationkonzept für 2030 unter derVoraussetzung, dass alle vier Komponenten,wie Autonomes Fahren,E-Mobiltät, Car-Sharing und Vernetzungzur optimalen Verkehrssteuerungzusammenwirken.Davon sind wir noch weit entfernt. Nur punktuell nehmenEntwicklungen zu einer urbanen Mobilität in denStädten und Kommunen Fahrt auf- in Pilotprojekten.

Für die Zukunft gerüstet: Sind deutsche Städtedigital mobil?

So ist beispielsweise Hamburg mit seinem „Smart Port“auf einem guten Weg zum vernetzten Verkehr. Im HamburgerHafen erfassen spezielle Sensorik und intelligenteAuswertungsverfahren in Echtzeit den Schiffs-,Bahn- und Straßenverkehr für eine vorausschauendeVerkehrs-Steuerung ohne Staus. Andere Städte unterhaltenCar-Sharing-Flotten, die ausschließlich mitStrom fahren. Mancher wurde so überzeugt, dass erumweltfreundlicher und effizienter ohne eigenes Autofährt. Und wenn doch, dann kann man ja auch einen„Stromer“ kaufen. Trotz viel Wind (-Energie) und Werbungdurch staatliche Kaufprämien sind bis dato nochimmer nur 25.000 private E-Fahrzeuge auf der Straße,unter anderem wirkt auch die Reichweiten-Angst alsKaufbremse.

Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation undTechnologie hat reagiert und gerade die Autobahn-Raststättenmit Ladestationen ausgestattet, 15.000 im gesamtenBundesgebiet folgen.

Die Neuen können kommen: 100 E-Modelle bis 2020

Die nächste Generation wird mit einer wettbewerbsfähigenAkku-Reichweite von 500 bis 600 Kilometern punktenkönnen. Man kann genauso Luxus-E-Autos wie auchein Spardosen-Modell unter 16.000,- Euro erwerben. Beimanchen ist der Lack schon vorher ab, stattdessen wirddort das Autodach mit Solarzellen bestückt – zum Aufladen für sich und andere. Feinstaub wird durch eingelassenes Moos gefiltert und einige Modelle sind bereits abWerk fürs Car-Sharing konzipiert.

Auch Softwarehersteller arbeiten zusammen mit derAutoindustrie für den Fortschritt. Mit Cloud-basiertenEchtzeit-Datenplattformen für Fahrzeuge und derenFahrerassistenzsystem, will man Autopiloten bequemerund sicher in die Zukunft begleiten. Doch der Motor beijeglichen Innovationen ist immer noch die Kraft desDenkens und die ist schneller als jeder Verkehr. Was vor20 Jahren noch Science Fiction war, ist heute ScienceFacts: „May the Force be with you”.

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