Berlin/London (dts Nachrichtenagentur) – Die deutsche Forschung könnte durch den Austritt Großbritanniens aus der EU womöglich profitieren, indem sie zahlreiche Forscher zurückholt. Zuletzt arbeiteten 5.730 deutsche Forscher an britischen Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen, geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, über die das „Handelsblatt“ (Samstagsausgabe) berichtet. Britische Kollegen in Deutschland gebe es hingegen nur 2.096. Es gebe jedoch keinerlei Pläne, „Forscher nach Deutschland zu locken, die Großbritannien im Zuge des Brexit verlassen wollen“, berichtet die Zeitung weiter.

Für den forschungspolitischen Sprecher der FDP, Thomas Sattelberger, ist das „ein Armutszeugnis“. „Die Bundesregierung gibt offen zu, dass sie nichts tut und nichts plant“, so der FDP-Politiker. Britische Forschungsinstitute seien attraktiver für deutsche Wissenschaftler als ihre „deutschen Pendants“ für britische Forscher, so Sattelberger mit Blick auf das zahlenmäßige Ungleichgewicht. Daher sei es „höchste Zeit, dass die Bundesregierung handelt – ob mit oder ohne Brexit“, so Sattelberger. Wie sehr die deutsche und die britische Forschung verflochten sind, zeigt die Forschungsförderung der EU. Diese hat seit 2013 rund 2.500 gemeinsame Forschungsprojekte gefördert. Das Bundesforschungsministerium selbst konstatiert bei den von ihm selbst unterstützten deutsch-britischen Projekten seit 2016 einen „kontinuierlichen Rückgang“, sieht aber „keinen kausalen Zusammenhang mit dem Brexit“.

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