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Wohl keine Stadt auf der Welt hat derer so viele. Das hat natürlich damit zu tun, dass kaum eine andere Stadt so viele geschichtsträchtige Wandlungen vollzogen hat – gerade erst in jüngerer Geschichte. Die bekanntesten Denkmäler in Berlin sind sicher das beindruckende Mahnmal für die ermordeten Juden während des Holocaust, welches aus Hunderten größerer und kleinerer Stelen besteht und in den 90er Jahren von dem US-amerikanischen Architekten Peter Eisenman entworfen wurde. Das andere ist das Mahnmal für die gefallenen russischen Soldaten während des 2. Weltkriegs, bestehend aus 2 Panzern, 2 Kanonen, Skulpturen und ein Memorial Gebäude, an der Straße des 17. Juni.

Holocaust Mahnmal Berlin, Foto: Holger Jacobs
Und ein weiteres Denkmal ist schon in der Pipeline: Das Einheitsdenkmal, welches bereits vor 10 Jahren vom Deutschen Bundestag beschlossen wurde, aber lange Zeit nicht so richtig in Schwung kam. Bis der damalige Bundestagspräsident Norbert Lammert bei der Rede zur Wahl des neuen Bundespräsidenten 2017 noch einmal deutlich daraufhin wies, dass dieses Denkmal endlich auch gebaut wird.

Einheitsdenkmal am Berliner Schloss © Milla & Partner
Ebenfalls vor 10 Jahren hatte der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, die wunderbare Idee der Stadt Berlin ein Markenzeichen zu verpassen. Wie viele Millionen dafür geflossen sind weiß man nicht, aber heraus kam das Logo: be berlin. Eine ungeheure Plakat- und Anzeigenkampagne folgte. Ob deshalb nur ein einziger Tourist mehr nach Berlin gelockt werden konnte mag bezweifelt werden. Denn der Anreiz in die deutsche Hauptstadt zu kommen ist, zumindest seit der Fußballweltmeisterschaft 2006, ungebrochen. Manchmal wird es den Bewohnern der Stadt sogar schon zu viel der „Touris“.

Neben teuren Plakataktionen und anderen mehr oder weniger sinnvollen Maßnahmen gibt es auch einige gute Initiativen. Dazu gehört das (leider nur temporäre) Freiheitsdenkmal am Hauptbahnhof (auf der Südseite am Washington Platz), welches am vergangenen Freitag vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller eröffnet wurde. Es besteht aus dem 23 Meter langen Schriftzug FREIHEITBERLIN.

Die Gruppe mit allen Beteiligten, FREIHEIT BERLIN Denkmal auf dem Washingtonplatz in Berlin, Foto: Holger Jacobs
Einer der Slogan der be berlin Kampagne ist „Die Stadt der Freiheit“, Bezug nehmend auf die 28 Jahre lang geteilte Stadt, in deren Ostteil die Freiheit der Bürger (Reisefreiheit, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) stark eingeschränkt war. Seit dem Fall der Mauer gilt wieder die uneingeschränkte Freiheit für alle Berliner, im Osten wie im Westen.

Zu dem Thema „Stadt der Freiheit“ wurde 2017 die Kampagne #FreiheitBerlin im Internet gestartet. Über diesen Hashtag konnte sich jeder Mensch auf dieser Welt zu diesem Thema äußern und seinen persönlichen Bezug durch Bildern, Geschichten, Videos und Zitaten darstellen. Schon über 9.000 Meinungen wurden geäußert.

Foto: Holger Jacobs

Teil dieser Kampagne war auch die Idee eines Denkmahls zum Thema Freiheit. Das Architektur Büro GRAFT LAB entwarf dazu den aus 2,3 Meter großen Buchstaben bestehenden Schriftzug FREIHEITBERLIN. Street Art Künstler aus der ganzen Welt wurden aufgefordert Ideen zur Gestaltung der weißen Buchstaben einzureichen. Ab dem 8. Mai konnten die Künstler/ Künstlergruppen “Die Dixons”, “Klebebande”, “Gogoplata”, “AKTEone & Cren”, “El Bocho”, “Notes of Berlin”, “CASE Maclaim”, “Amigo” und “Daniela Uhlig & Orbit” ihre Ideen auf den Buchstaben verwirklichen. Herausgekommen ist eine breite Mischung aus Zeichnung, Comic, Malerei und Fotografie.

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